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Schon immer wenn es galt, Unheil von den Menschen und seinem Hab und Gut abzuwenden, schlossen sich Männer zusammen, um in der Gemeinschaft Hilfe zu bringen. Das war schon immer so, weit zurück in der Zeitrechnung bis auf den heutigen Tag. Und Feuersbrünste, Sturm- und Wasserkatastrophen, deren Bekämpfung oberstes Gebot und Zweck dieser Männer war, gab es schon seit Bestehen erster menschlicher Siedlungen.
So gab es auch in unserer Marktgemeinde Neunkirchen eine solche "Bürgerwehr", wie sie bereits in den meisten größeren Siedlungen bestand. Es gab wohl auch keinen Ort in der näheren Umgebung, der mehr durch Brand gefährdet war wie unsere Marktgemeinde. Insbesondere der durch Mauern umschlossene Ortskern, und hier in erster Linie der Innere und Äußere Markt mit den anschließenden Straßen, waren am meisten bedroht.
Es erscheint einem heute noch wie ein Wunder, daß es zu keinen großen Brandkatastrophen kam, wenigstens nicht innerhalb des letzten Jahrhunderts. Die Häuser waren ja fast durchwegs alte Fachwerkbauten, in- und aneinandergeschachtelt, und sind es zum Teil heute noch. Eine Feuersbrunst hätte den halben Ort in Schutt und Asche legen können, zumal die Feuerwehr mit ihren damaligen Löschgeräten auch bei höchstem persönlichen Einsatz nur bedingte Hilfe bringen konnte. Daß es zu keiner Brandkatastrophe kam, vor allem zur Zeit als es noch kein elektrisches Licht gab, und man noch mehr oder weniger mit offenem Licht handieren mußte, kann nur auf peinlichste Vorsicht und Behutsamkeit der Bewohner zurückgeführt werden. In vielen Eintragungen gemeindlicher Protokolle wird immer und immer wieder auf bestehende Feuerlöschordnungen verwiesen und deren strikte Einhaltung befohlen.
Um nun für die Marktgemeinde einen größeren Schutz und ein organisiertes Vorgehen bei Brandfällen zu ermöglichen, wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr angeregt. Besonders ein Mann der damaligen Zeit, ein Mann mit Tatkraft und weiter Voraussicht, hat sich hier beispielhaft eingesetzt, und am 1. Januar 1870 im damaligen Gasthaus ,,Oberer Mehl" (später Gasthaus ,,Zur Post") zur Gründungsversammlung aufgerufen und eingeladen. Zahlreiche Bürger folgten dem Aufruf und so traten auf Anhieb 34 Bürger der Freiwilligen Feuerwehr bei. Diese wählten den Apotheker Anton Ernstberger zu ihrem 1. Hauptmann und Kommandanten.
Als führende Männer wurden weiter gewählt:
| Funktion | Name | Beruf | Adresse | |
| 1. Steigerführer | Johann Georg Schütz | Wagner | Hs. Nr. | 17 |
| 2. Steigerführer | Johann Schneider | Maurermeister | Hs. Nr. | 96 |
| 1. Führer (Pionier) | Johann Hemmerlein | Zimmermeister | Hs. Nr. | 15 |
| 2. Führer (Retter) | Kaspar Körber | Seilermeister | Hs. Nr. | 18 |
| Kassier | Johann Stenz | Webermeister | Hs. Nr. | 105 |
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